Die Nationale Koordinierungsstelle eTwinning ist angesiedelt bei Schulen ans Netz e.V.

Projekt des Monats Mai 2005

Crossing the Cultural Divide – Learning together

Für Grundschulen hält eTwinning große Chancen des authentischen Lernens bereit. „Crossing the Cultural Divide – Learning together” lautet das Motto der Grundschulen Osningschule Bielefeld und der englischen Lent Rise School in der Grafschaft Buckinghamshire. Mit Hilfe des Computers erzählen oder malen die Kinder Geschichten, erstellen Suchsel und Rätsel oder lernen Gedichte und Reime kennen. All diese Dinge tauschen sie untereinander aus, entwickeln sie gemeinsam weiter und lernen sich so Stück für Stück näher kennen. Und ganz nebenbei lernen die deutschen Kinder Englisch.


„Ich bin begeistert von den Möglichkeiten, die sich aus unserer eTwinning Partnerschaft ergeben“, freut sich Ingrid Grimm, Grundschullehrerin an der Osningschule BieIefeld. „Der persönliche Kontakt mit den englischen Schulkindern vermittelt viel intensiver die Bedeutung des Fremdsprachenlernens in Europa als dies in Schulbüchern möglich ist. Und das passt genau zum Curriculum: Schülerinnen und Schüler lernen auf diese Weise spielerisch und gleichzeitig so authentisch wie möglich Englisch.“Mit Hilfe des „TwinFinders“ hat sie die „Lent Rise School“ gefunden. Überzeugt haben Ingrid Grimm die Projektbeschreibung und die Website der Schule. Und die Vision der „Lent Rise School“: Sie will mit allen 14 Klassen eine Partnerschaft mit zehn europäischen Ländern aufbauen.

 

Der Start – persönliche Nähe schaffen aus der Distanz 

Zunächst dachte Ingrid Grimm daran, das eTwinning-Projekt mit ihrer Computer AG durchzuführen. Doch schon bald sprach sich das Projekt in der Schule herum und ihre Englischklassen wollten mit dabei sein. So sind inzwischen 44 Kinder aus zwei Klassen des vierten Jahrgangs der Osningschule Bielefeld, unterstützt von 10 Kindern der Computer AG und 30 Schülerinnen und Schülern der 2. Klassen der „Lent Rise School“ mit dabei. Mitte Februar 2005 ging es los. Ingrid Grimm und ihre Projektpartnerin Jo Rae tauschten Fragen zum Schulalltag, Gruppenfotos und Namenslisten per E-Mail aus und legten eine Website zum Projekt an. Parallel fanden die Schülerinnen und Schüler mehr über ihre Partnerschule heraus, indem sie ihre Websites und entsprechendes Kartenmaterial studierten. Landeskundliche Fragen und Antworten zu „Tragen die Kinder eine Schuluniform?“ oder „Wie sieht der Stundenplan aus?“ wurden gesammelt und per E-Mail ausgetauscht. Und die deutschen Kinder schickten einen Video-Clip mit einem „Hello“ Song.

 

Der erste Erfolg – Persönlichkeit ist gefragt!

Zunächst ging es darum, sich vorzustellen. Weil das eine ganz persönliche Sache ist, erfolgte dies zunächst auf dem klassischen Postweg. „Nach einigen E-Mails zwischen Joe Rae und mir trafen 29 handgeschriebene Briefe der Klasse 2R von der Lent Rise School aus England ein. Sprachlich war es genau das, was die deutschen Viertklässler selbstständig lesen konnten!“ Die Begeisterung war groß und so ließen die Antwortbriefe nicht lange auf sich warten. Mit Hilfe von Lückentexten und Rechtschreibhilfen konnten sich die Kinder selbst ihren Brief zusammenstellen. Kopien dieser Briefe wurden ins Englischheft geklebt. Und die Kinder der Computer AG haben die Materialien des ersten eTwinning Projektes zu einer kleinen Ausstellung zusammengestellt. Diese lässt sich im Eingangsbereich der Osningschule bewundern.

 

Der Alltag – wie geht es weiter?

Das Prinzip lautet: Das, was gerade bearbeitet wird, nutzen. Im Idealfall arbeiten die deutschen und englischen Kinder an einem gemeinsamen Thema. Der Austausch konkreter Unterrichtsinhalte bietet die Chance, jederzeit die eTwinning Partnerschule im laufenden Unterricht einzubeziehen. So wird der Unterricht authentisch und lebendig und der Aufwand bleibt überschaubar. Mit jeder neuen Schulklasse lässt sich die eTwinning Partnerschaft fortführen und neu beleben, ohne krampfhaft nach Projektideen suchen zu müssen. Die Fortführung des Projektes mit den jetzigen Drittklässlern im Englischunterricht ist bereits geplant. Das Besondere an der kontinuierlichen Zusammenarbeit: Ganz im europäischen Sinne entdecken die Kinder Stück für Stück Gemeinsamkeiten und erleben Unterschiede als Bereicherung.

 

Als Unterrichtsinhalte sind gemeinsame Bücher oder die Bilder berühmter Maler der Partnerländer möglich: Die Kinder können dazu eigene Geschichten oder animierte Bilder mit Hilfe des Computers gestalten oder dazu im Kunstunterricht eigene Bilder malen. Die Ergebnisse tauschen die Kinder mit Hilfe von E-Mails oder ihrer Schulwebsites aus. Ingrid Grimm sieht das ganz pragmatisch: „Digitale Medien ermöglichen einen unkomplizierten und direkten Weg. Nicht nur Texte, sondern auch Soundfiles und Videoclips lassen sich schnell erstellen und austauschen. Vielleicht klappt es im nächsten Schuljahr mit einer Videokonferenz!“

 

Die Kolleginnen und Kollegen der 2. Klassen haben bereits Interesse an dem Projekt signalisiert und die Schulleitung will die Partnerschaft stärker im Schulalltag verankern. Auch für Marketing ist gesorgt: Plakate, Ausstellungen und Schulfeiern bieten bisher unbeteiligten Schülerinnen, Schülern und Eltern die Möglichkeit, sich zu informieren.

 

 Autorin: Bettina Zeidler 

 

Mehr dazu:

Unterrichtsvorschlag bei Lehrer-Online

Osningschule 

Lent Rise School

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