Projekt des Monats August 2005
Umwelt und Gesundheit – ein Thema, viele Sichtweisen
Mit eTwinning lassen sich eigene Erfahrungen und Einstellungen reflektieren und erweitern
Das Christian-Gymnasium Hermannsburg hat gleich zwei Partnerschulen gefunden: die Csepel-Sziget secondary school of technology and student hotel in Ungarn und die slowakische Schule Stredná Priemyselná Skola Chemická in Novaky. Kein Wunder. Denn der Bereich „Umwelt und Gesundheit“ bietet vielfältige Themen und Möglichkeiten in unterschiedlichen Schulformen, Fächern und Klassen.
Ein Beispiel ist das Thema „Wasser ist nicht nur zum Waschen da“. In Teilprojekten bearbeiten Schülerinnen und Schüler im Alter von 17 und 18 Jahren unterschiedliche Fragestellungen. Ihre Ergebnisse und Meinungen tauschen sie laufend per E-Mail, über Videos, Photos und eine gemeinsame Website aus.
„Wasser ist ein wichtiger Grundstoff für viele Lebensvorgänge. Wasser ist aber auch Rohstoff und Betriebsstoff für viele industrielle Prozesse von großer wirtschaftlicher Bedeutung. Der daraus resultierende Konflikt zwischen Ökologie und Ökonomie ist der Rahmen eines unserer eTwinning-Themen“, so Jürgen Ganzer, Lehrer am Christian-Gymnasium Hermannsburg, eTwinning-Projektleiter und Moderator. „Greifbar wird das Thema für die Schülerinnen und Schüler jedoch erst, wenn sie selbst praktische Erfahrungen dazu machen.“
So hat er bereits gemeinsam mit seinen Schülerinnen und Schülern Exkursionen zu Bachläufen unternommen, Proben entnommen und Messungen durchgeführt. Die Messstellen haben sie mit Videos und Digitalphotos dokumentiert. Im letzten Juli wurde als Abschluss eine Exkursion zum Wattenmeer der Insel Sylt unternommen. Dabei haben die Schülerinnen und Schüler die Besonderheiten dieses weltweit einmaligen Ökosystems in verschieden Teilprojekten kennengelernt (Wattenmeerexkursion, Entstehungsgeschichte und Lebensräume einer Nordseeinsel, Besuch des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung in List). All ihre Erfahrungen und Daten halten sie elektronisch fest und stellen dieses Material ihren Partnerschulen zur Verfügung. So findet ein lebendiger und kontinuierlicher Austausch statt.
Das Ziel – einfach neue Lebensweisen kennen lernen
Das Wasser-Projekt soll das Umwelt- und Gesundheitsbewusstsein der jungen Menschen stärken. „Wir wollen den Schülerinnen und Schülern bewusst machen, wie sich zum Beispiel Veränderungen der Wasserqualität auf die Gesellschaft und die individuelle Lebensqualität auswirken“, so Ganzer. „Auch die Nutzungsgewohnheiten des Wassers variieren sehr – sowohl individuell, als auch von Land zu Land. eTwinning ermöglicht es uns, auf einfachem Weg andere Lebensweisen in Europa kennen zu lernen, unsere eigenen Gewohnheiten zu reflektieren, neue Erkenntnisse zu gewinnen und schließlich vielleicht auch Verhaltensweisen zu ändern.“ Die Beiträge unserer slowakischen und ungarischen Partnerschule: „Gewässergüte in Ungarn“ und„Living Water“ (als CD-ROM und auf der Internetseite des CGH verfügbar) können als gelungene Beispiele einer Europäischen Zusammenarbeit bezeichnet werden.
Themenvielfalt schafft viele Möglichkeiten der Zusammenarbeit
„Wasser“ ist nur ein Thema im Unterrichtsstoff „Umwelt und Gesundheit“, der im niedersächsischen Curriculum verankert ist. Dieser weitgesteckte Projektrahmen ermöglicht
vielfältige Themen und damit Möglichkeiten der Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Fachbereichen, Fächern und unterschiedlichen Schultypen. So lassen sich fächerübergreifend und projektorientiert individuelle Teilprojekte durchführen. Am Beispiel „Wasser“ wird der Effekt deutlich: Schülerinnen und Schüler können das Thema „Wasser“ von verschiedenen Perspektiven betrachten. So gewinnen sie ein umfassendes Wissen und Verständnis für das Thema.
Im Christian-Gymnasium Hermannsburg hat das eTwinning-Projekt inzwischen einen Anteil von 30% am laufenden Unterricht in den Fächern Biologie, Chemie und Multimedia und deckt dabei durchgehend Themen der Curricula ab. Dieses gilt besonders auch für den in Niedersachsen neu eingeführten Profilunterricht in Jahrgangsstufe 7.
Beste Voraussetzung zum Start: eine gute Projektplanung
Damit die Schülerinnen und Schüler auch motiviert sind und bleiben, sind sie von Anfang an direkt an der Projektplanung beteiligt. So entsteht ein Gefühl der Verantwortung und alle kennen ihre Aufgaben, Rollen und Termine.
Und wie geht es weiter?
Gegenseitige Studienbesuche sind bereits in Planung. Für das Schuljahr 2005/06 ist ein
Internetforum mit Expertinnen und Experten geplant. Außerdem steht die Entwicklung von europäischen Unterrichtsmaterialien im Rahmen einer gemeinsamen Umwelt- und Gesundheitserziehung auf dem Programm.



