Die Nationale Koordinierungsstelle eTwinning ist angesiedelt bei Schulen ans Netz e.V.

Projekt des Monats November 2005

Das erste Kennenlernen – Basis der Partnerschaft

Annäherung per E-Mail, Website und Videokonferenz

 

eTwinning-Logo mit Flaggen

Für alle eTwinning-Schulen ist der erste Schritt das Kennenlernen der europäischen Partner. Wie wichtig dieser Schritt für die Motivation der Schülerinnen und Schüler ist, haben auch die GSGTGS Saarlouis und ihre französische Partnerschule Ecole publique élémentaire aus Thoureil erkannt. Gemeinsam haben sie Inhalte und Medien festgelegt, damit ihre Schülerinnen und Schüler möglichst viel aktiv kommunizieren und über die europäischen Partner erfahren können.


Das gemeinsame Projekt soll gestartet werden. Was interessiert die Schülerinnen und Schüler jetzt? Natürlich sind sie neugierig und wollen wissen, wie heißen die Partnerschülerinnen und -schüler, wie sehen sie aus, wie sieht es in ihrer Schule aus, welche Hobbys haben sie… Die Herausforderung liegt darin, einen persönlichen Kontakt „auf Distanz“ aufzubauen. Denn persönliche Kommunikation schafft Motivation, wie erfolgreiche internationale Projekte zeigen.

 

Welcher Austausch kommt einer realen Begegnung möglichst nahe?

Für meine französische Kollegin Celine Real und mich lag die Herausforderung darin, dass sich die Schülerinnen und Schüler kennen lernen und gleichzeitig möglichst viel sprechen. Denn es geht in unserem Projekt um das Fremdsprachenlernen, in diesem Fall Französisch“, so Lehrer und eTwinning-Projektleiter Michael Gros. „Hinzu kam die Frage, welche Medien setzen wir gerade in der Altersklasse sechs bis zehn ein. E-Mail, Internetrecherche, Videokonferenz, eigene Internseiten? Welcher Austausch kommt einer realen Begegnung möglichst nahe?“ Diese Überlegungen führten zu einer Mischform. Der Vorteil: So wird der Unterricht abwechslungsreich und die Schülerinnen und Schüler lernen verschiedene mediale Möglichkeiten kennen und selbst anzuwenden.

 

Primolo-HomepageVon der ersten E-Mail …

Also erfuhren die deutschen Schülerinnen und Schüler zunächst per E-Mail, wie ihre Partnerschülerinnen und -schüler heißen und wie ihre Schule und ihre Umgebung aussehen. Im Gegenzug erstellten die deutschen Kinder unter der Leitung von Michael Gros eine Internetseite mit dem kostenfreien Webseitengenerator „Primolo“. Um vertonte Steckbriefe für die Website zu erstellen, übten sie gemeinsam die Antworten auf die Fragen ihrer französischen Nachbarn und lernten mit Programmen umzugehen, um Bilder zu verkleinern und Töne aufzuzeichnen.

 

…über Videos…

Und da sich in die Primolo-Webseiten Videos einbinden lassen, hatte Michael Gros die nächste Idee. Der erste Sprechanlass! „Film und Sound und deren Einbindung in Internetseiten schaffen reale Sprechanlässe, die es Schülerinnen und Schülern ermöglichen, Erlerntes anzuwenden“, so Michael Gros. „Diese Videos lassen sich relativ einfach in Primolo einbinden.“ So konnten die französischen Partnerschüler die deutschen Schüler „persönlich“ per Video kennen lernen und die deutschen Schülerinnen und Schüler hatten die erste Gelegenheit, in einer realen Situation Französisch zu sprechen.

 

…bis zur Videokonferenz

Die Krönung des ersten Kennen Lernens: Die französischen und deutschen Schülerinnen und Schüler unterhielten sich per Videokonferenz. Dazu wurden vorher Schülertandems gebildet. Wie das Leben manchmal spielt, versagte leider in diesem Moment die Technik. Doch konnten sich die Schülerinnen und Schüler per Webcam sehen und das Sprechen wurde durch einen Chat ersetzt. Die Kinder haben diktiert und Michael Gros und Celine Real haben getippt. Denn das klappt noch nicht so schnell bei den "Kleinen". „Erstaunt hat mich die teilweise hohe Bereitschaft, sich mittels nonverbaler Kommunikation zu verständigen. Immer wieder gab es Schülerinnen und Schüler, die sich über die Webcam zuwinkten, Ihre Lieblingstiere oder anderes zeigten. Das machte die Treffen sehr spannend“, so Michael Gros.

 

„Sie wissen im Moment des Unterrichts, wofür und warum sie lernen“

Bereits beim ersten Austausch mit der Partnerschule hat Michael Gros das Potenzial von eTwinning erkannt. „ Schülerinnen und Schüler lassen sich durch den Medieneinsatz in der Partnerschaft begeistern: Sie wissen im Moment des Unterrichts, wofür und warum sie sich mit der Fremdsprache und den Medien beschäftigen und können das gewonnene Wissen direkt anwenden. Dadurch gewinnt der Unterricht an Authentizität und die Motivation steigt.“, sagt Michael Gros überzeugt. „Natürlich wollen eine Videokonferenz vorbereitet, Programme und Sätze vorher geübt sein. Und ich muss mich mit den Einsatzmöglichkeiten des Computers im Fremdsprachenunterricht verstärkt beschäftigen. Das braucht etwas Zeit. Doch die hohe Motivation der Schülerinnen und Schüler macht das Unterrichten einfacher. Und die Lernerfolge im Fremdsprachenerwerb und in der Medienkompetenz sind einfach größer, wenn Schülerinnen und Schüler in realen Situationen lernen.“

 

Autorin: Bettina Zeidler

 

 

Mehr dazu:

Primolo-Homepage des Projekts
Homepage der GSGTS Saarlouis

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