Die Nationale Koordinierungsstelle eTwinning ist angesiedelt bei Schulen ans Netz e.V.

Projekt des Monats Juni 2007

eTwinning: Facciamoci noi lezione!

 

Italienisch und Deutsch lernen mal anders: In der Heinrich-Heine-Gesamtschule in Düsseldorf und in dem italienischen Istituto Antonio Marro in Turin erstellen Schülerinnen und Schüler Lernmaterialien für ihren Unterricht und entdecken dabei ihre Begeisterung für die Fremdsprachen. Dazu nutzen sie Filme, Podcasts, Blogs, Chats und den TwinSpace. 


Angeregt durch das ARTE Magazin „Karambolage“ hatte Lucia Steinhage, Italienisch- und Englischlehrerin an der Heinrich-Heine-Gesamtschule in Düsseldorf, die zündende Idee für ihr eTwinning-Projekt. "In 'Karambolage' werden Alltagsgegenstände unter deutschen und französischen Blickwinkeln dargestellt“, sagt sie. „So etwas konnte ich mir auch gut für meinen Unterricht vorstellen.“

 

Einfach und genial

Der einfache Gedanke dahinter: Vieles erscheint plötzlich anders, wenn wir es mit fremden Augen betrachten. Und so entstand daraus die geniale Idee, eigene Videosequenzen typischer Alltagssituationen von Jugendlichen zu erstellen, diese ohne Ton auszutauschen und dann die fehlenden Dialoge jeweils zu ergänzen. „So lernen wir neue Perspektiven auf ein und dieselbe Situation kennen und erfahren, wie uns andere sehen“, fährt Lucia Steinhage fort. „Und das Thema passt hervorragend in unser Curriculum, da es in der Oberstufe im Leistungskurs Italienisch um „Giovani“, also Jugendliche, geht.“ Ihre italienische Kollegin Paola Ferrera, Deutschlehrerin an dem Istituto Antonio Marro, einer Sektion des Istituto d'istruzione superiore Majorana in Turin, hat sie schnell von ihrem Vorhaben begeistern können.

 

Fremdsprachen und interkulturelle Kompetenz

Das Erlernen der Fremdsprachen Italienisch bzw. Deutsch steht bei diesem Projekt im Vordergrund. Doch erarbeiten sich die 17- bis 19jährigen Schülerinnen und Schüler auch ein gutes Stück interkulturelle Kompetenz: durch die gemeinsame Arbeit mit ihrer italienischen Partnerklasse erkennen sie kulturelle Unterschiede und auch eigene typische Verhaltensweisen. Zum Austausch gehört natürlich vor allem die Kommunikation untereinander. „Jeder Schüler hat einen Partnerschüler und sie schreiben sich regelmäßig E-Mails oder treffen sich im Chat. Einige haben sich auch von Anfang an privat geschrieben“, berichtet die deutsche Lehrerin.

 

Peer Education per Videokamera

Um eigene Unterrichtsmaterialien zu erstellen, haben die Jugendlichen zunächst nach Themen und typischen Situationen aus ihrem Alltag gesucht. Die Frage war „Was wollen wir den italienischen Schülern von uns zeigen?“ Anhand dieser Ideen haben sich die Schüler Kurzszenen ausgedacht, einen Text geschrieben, den passenden Ort ausgesucht und dann einen kleinen Film gedreht. Dabei entstanden beispielsweise Filme in der Bibliothek und ein Streitgespräch unter Freunden per Telefon. Die italienischen Partnerschüler haben sich zu diesen Filmen überlegt, worum es geht und wie die Reaktionen der Personen in dem Film sein könnten. Genauso hat es die deutsche Klasse mit dem italienischen Material gemacht. Zum Abschluss haben sich die Partnerklassen im Chat oder per E-Mail im TwinSpace getroffen und sich über ihre Kommentare und Gedanken ausgetauscht.

 

Nützliche Medien: Podcasts und ein Blog

Die Idee mit den Podcasts entstand in der italienischen Partnerklasse im Laufe des Projektes. „Die „richtigen“ Stimmen der Schüler hören und aktuelle Nachrichten erhalten“ war die Motivation. Bei der Themenfindung haben sich verschiedene Teams zu Drogen, Capoeira oder Mode gebildet. Die erste Aufgabe bestand darin, Informationen im Internet zu den Fragestellungen  „Was ist aktuell?“ und  „Was ist wichtig?“ zu recherchieren. Danach hieß es, das Ganze auf eine zweiminütige Sendung zusammen zu schrumpfen. „Wir haben wie in Radiosendern üblich auch kurze Unterbrechungen eingebaut“, erklärt Lucia Steinhage das Vorgehen, „Im Anschluss daran haben wir schwierige Vokabeln erläutert und zusätzlich ein Glossar auf die entsprechende Seite gestellt.“ Auch der gemeinsame Blog entstand im Zuge des Projektes. Er eignet sich gut dazu, alle Informationen auf einen Blick zu haben und auch die Öffentlichkeit am eTwinning-Projekt teilhaben zu lassen.

 

Die Motivation ist größer

„Wenn ich auf das Jahr zurückblicke“, sagt Lucia Steinhage, „dann denke ich, dass der direkte Kontakt mit den  italienischen Partnern eine viel größere Motivation zum Lernen mit sich bringt. Außerdem macht es Jugendlichen Spaß, Lernmaterialien für gleichaltrige Jugendliche zu erstellen. Dann wissen sie, was sie lernen. Diese Art von Unterricht ist einfach anders.“ Das meint auch die 19jährige Schülerin Jennifer: „Wir alle hatten eine Menge Spaß an diesem Projekt! Es war mal etwas ganz Anderes, nicht der normale Unterricht eben. Interessanter, spannender, und man konnte so auf jeden Fall besser die fremde Sprache lernen!“

 

Praxis statt Theorie

Letztendlich war dies auf der Klassenfahrt in Turin deutlich zu sehen. Dort waren die Hemmschwellen geringer als erfahrungsgemäß erwartet und die Schüler sind sehr gut allein zurechtgekommen. „Um das Reden mit unseren Austauschschülern kamen wir ja schließlich nicht herum“, meint Schüler Jonathan, 19 Jahre. Doch durch die ganzen Projekte, die wir zusammen erarbeitet haben, darunter unser Blog, die Filme, aber auch unsere Präsentationen, haben wir Italienisch auf eine ganz andere Weise gelernt. Statt der ständigen Theorie lernten wir Praxis kennen und hatten weniger Hemmungen.“

Der nächste Privatbesuch in Turin ist schon für diesen Sommer geplant.

 

Autorin: Bettina Zeidler

 

Mehr dazu:

Homepage der Heinrich-Heine-Gesamtschule
Homepage der italienischen Partnerschule Istituto Antonio Marro
TwinSpace des Projektes
Blog zum Projekt
Lehrerblog
Podcasts "RadioeTwinning"

Deutscher eTwinning Preis 2011

Deutscher eTwinning-Preis 2011

Die Preisträger der Deutschen eTwinning-Preise 2011 stehen fest!

mehr dazu

 

Projektbeispiele

Projekte aus Deutschland

mehr dazu

Newsletter bestellen


HTML nur Text