Die Nationale Koordinierungsstelle eTwinning ist angesiedelt bei Schulen ans Netz e.V.

Projekt des Monats April 2008

Science in our schools

Naturwissenschaften von Schülern für Schüler

 

eTwinning-Logo mit Fahnen

Wie spannend und abwechslungsreich Naturwissenschaften sein können, erfahren die Schüler der 9. Klasse des Berliner Albert-Einstein-Gymnasiums und ihre bulgarischen, spanischen und italienischen Partnerschüler. In gemeinsamen Projekten tauschen sie Berichte über Laborbesuche und Informationen zu naturwissenschaftlichen Aktivitäten aus. In der Online-Kommunikation entstehen Lernmaterialien von Schülern für Schüler.  

 


 

„Um Gottes Willen, schon wieder mehr Arbeit - und dazu alles in Englisch“, war der erste Gedanke, den Biologie- und Italienischlehrerin Monica Koch hatte, als ihr Schulleiter Holger Ambrosius mit der Projektidee an sie herantrat. Doch inzwischen hat sie eine Leidenschaft für eTwinning entwickelt. „Die Stimmung unter den Kollegen ist angenehm und ich mache diese Arbeit sehr gern. Für das Albert-Einstein-Gymnasium ist eine Schulpartnerschaft über das Internet ein neuer Ansatz. Wir sehen darin die Chance, unsere italienische Schulpartnerschaft mit dem Liceo Scientifico Statale A. Einstein auszubauen und gleichzeitig den Unterricht dynamischer zu gestalten”, sagt die Lehrerin sardischer Herkunft.  

 

Gruppenfoto

Aktive Zusammenarbeit im laufenden Unterricht

Seit über einem Jahr arbeitet sie mit ihrer italienischen Kollegin Paola Norbiato, einer Englischlehrerin, eng im Unterricht zusammen. Inzwischen sind zwei weitere Kolleginnen dazugekommen: Nelly Vicheva, Chemie- und Biologielehrerin an der bulgarischen Secondary School of Economics "G. S. Racovsky" und Florenci Sales Vilalta, Chemie- und Physiklehrerin an der spanischen IES Sòl-de-Riu.

 

Mit der Projektsprache Hemmschwellen überwinden

Anfangs war die Kommunikation in Englisch ein zusätzlicher Aufwand. Denn in ihrem bilingualen Biologieunterricht hatte Monica Koch zuvor mit ihren Schülern ausschließlich Italienisch und Deutsch gesprochen. Doch inzwischen weiß sie die Projektsprache sehr zu schätzen: „Im Fach Biologie gibt es ohnehin viele Fachbegriffe, die man auf Englisch wiederfindet. Und niemand von uns hat Englisch als Muttersprache. Da ist die Scheu bei allen Schülerinnen und Schülern nicht so groß, in der Fremdsprache miteinander zu mailen und zu chatten.“ 

 

Naturwissenschaften gewinnen durch fächerübergreifendes Arbeiten

Freude und Abwechslung in den Naturwissenschaftsunterricht zu bringen, das ist das gemeinsame Ziel der Lehrkräfte. Ihr Ansatz ist es, an denselben Themen, wie beispielsweise Essgewohnheiten oder Energiesparmaßnahmen, fächerübergreifend zu arbeiten und diese auf unterschiedlichen ExperimentEbenen zu vertiefen. Über Chat, Webkonferenzen, ein gemeinsames eMagazin und Podcasting findet der Austausch statt und stärkt die Kommunikationsfähigkeit der Schüler. Denn tolle naturwissenschaftliche Experimente und Erkenntnisse wollen auch verständlich und anschaulich vermittelt werden. Wie das funktioniert, zeigt das Projektthema „Eating habits“ oder „Essgewohnheiten“.


Essgewohnheiten unter der Lupe

Um mehr über die Essgewohnheiten Jugendlicher in ihren Ländern zu erfahren, haben die Schüler des Albert-Einstein-Gymnasiums zunächst gemeinsam Interviewfragen entwickelt. Selbstständig befragte jeder Schüler zehn seiner Mitschüler. Daten aus 200 Gesprächen kamen dabei zusammen. Während eine Schülergruppe die Daten auswertete, erstellten ihre Mitschüler in verschiedenen Teams aus den Interviews Podcasts, schrieben Beiträge für ihr Webmagazin oder entwickelten Präsentationen zu typisch deutschen Nahrungsmitteln wie der Kartoffel. Die Partnerschulen erarbeiteten parallel dazu ähnliche Lernmaterialien. Die Podcasts finden besonderen Anklang bei den Schülern: Sich selbst und andere zu hören, ist für sie sehr motivierend.Verdauungssystem auf dem T-Shirt Derzeit gilt es, die Ergebnisse der Erhebung von der Tabellenform in eine ansprechende grafische Form zu übertragen. Dazu hat Monica Koch ihre Schüler in Tabellenkalkulationsprogramme und Statistik eingeführt. Abschließend fügen die Partnerschulen alle Daten in einer Präsentation für das Internet zusammen.

 

Kommunikation der Schüler steht im Fokus

Im April treffen sich die Schulen per FlashMeeting, um über ihre Daten und Ergebnisse zu sprechen. FlashMeeting ist ein einfaches Werkzeug für Videokonferenzen, das Audio- und Videoübertragungen live auf dem PC ermöglicht. Es ist sehr einfach zu handhaben und alles, was man zusätzlich benötigt, ist eine Webcam mit Mikrofon, eine Internetverbindung (am besten Breitband) und die Flash-Software. Die Partnerschulen zeichnen die Videokonferenzen auf, um sie später noch einmal anzusehen und auszuwerten. Auch zu traditionellen Festen wie Weihnachten verabreden sich die Partnerschulen. Dann singen sie, erzählen sich Geschichten oder spielen Theater. So lernen sie noch mehr über ihre Partnerländer und ihre kulturellen Besonderheiten kennen.

 

Zellmodell aus Knetgummi

Lernmaterial von Schülern für Schüler

Das Webmagazin nutzen die Schüler, um ihre Informationen zu veröffentlichen und diese gegenseitig zu kommentieren. Dort lassen sich Versuche beschreiben und Themen vertiefen. „Im Unterricht führen wir Experimente durch, die wir fotografieren. Zuhause schreiben die Schüler Berichte darüber. Diese Aufgabe zählt als Mitarbeit und ist somit ein zusätzlicher Anreiz für die Schüler. Die Beiträge veröffentlichen wir im Webmagazin. Das ersetzt ein Protokoll und ist viel praktischer als diese losen Arbeitsblätter. Und die Schüler lernen leserorientiert, kurz und bündig, interessant und verständlich zu schreiben“, berichtet die Lehrerin zufrieden. So füllt sich das Onlinemagazin mit Lernmaterial von Schülern für Schüler. „Das Magazin ist eine reiche Quelle für unseren Unterricht. So hat die bulgarische Partnerschule das relativ unbeliebte Thema ‚Zellmodelle’ aufbereitet, was uns die Lehre veranschaulicht und vereinfacht“, ergänzt sie.

 

Die Arbeit mit eTwinning ist wie eine schöne Ausstellung

„Es war ein langer Weg bis ich mit eTwinning vertraut war“, verrät Monica Koch. „Ich habe mir vieles selbst angeeignet. Für mich und die Schüler bietet die Arbeit mit digitalen Medien eine wunderbare Möglichkeit, Eltern und andere Schüler und Kollegen an unserer Arbeit teilhaben zu lassen. Wie in einer Ausstellung präsentieren wir unser Projekt im Internet. Wir erhalten auf diese Weise viel Anerkennung für unsere Arbeit.“

 

Wir haben noch viel vor

Wir sind erst am Anfang und schon so aktiv. Und wir haben noch so viel vor“, freut sich Monica Koch. Im nächsten Schuljahr werden sich alle in Berlin sehen und dann ihre naturwissenschaftlichen Aktivitäten gemeinsam „live“ im Zusammenspiel erleben. Alle sind sich einig: Die Kommunikation unter den Schülern soll noch intensiver werden. In Zukunft werden immer vier Schüler aus jedem Land an einem Thema länderübergreifend zusammen arbeiten. Und mit ihrer 12. Klasse plant sie das Thema „energy saving“. So lässt sich ihre eTwinning-Partnerschaft gleich für mehrere Themen und verschiedene Klassen nutzen.

 

 

Autorin: Bettina Zeidler

 

Mehr dazu: 

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