Deutsch-norwegische Fotostorys
Rother Schüler erstellen digitale Fotogeschichte mit norwegischen Klassenkameraden.
Von Katarina Cavar, Deggendorf
Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte – dieses Sprichwort ist allseits bekannt. Dass mehrere Bilder in Kombination mit Worten noch viel mehr aussagen, das hat die Anton-Seitz-Schule aus Roth nun eindrucksvoll bewiesen. Sie stellte mit einer Schule aus Norwegen ein einzigartiges Projekt auf die Beine und wurde dafür mit einem der Deutschen eTwinning-Preise 2010 belohnt. Diese zeichnen jährlich herausragende Schulprojekte in Zusammenarbeit mit europäischen Partnerschulen im Rahmen des Programms eTwinning der Europäischen Kommission aus.
Die Grundidee des Projekts
In ihrem Projekt "Let's tell stories”, das die 9. Klasse der Rother Schule in Zusammenarbeit mit einer norwegischen Klasse 2009 ins Leben gerufen hatte, erstellten die Schüler verschiedene Fotostorys, die den Alltag der Schüler jeweils für die andere Partnerschule darstellen sollten. Doch es waren keine einfachen Bildergeschichten, wie Waltraud Ziegler, Betreuerin des Projekts und Lehrerin in der Anton-Seitz-Schule, betonte: "Wir haben die Fotostorys nicht nur für die anderen produziert, sondern haben auch Bilder von den norwegischen Schülern in unsere Geschichten eingebaut.” Dafür dachten sich die Schüler selbstständig jeweils in Kleingruppen interessante Geschichten aus und schossen einige passende Bilder dazu.
...in jedem siebten Ei
Dabei sind auch ein paar ganz besonders lustige Bildergeschichten herausgekommen. So handelte beispielsweise eine Fotostory der Rother Schüler von handelsüblichen Überraschungseiern. Die Schüler fotografierten sich gegenseitig beim Kauf von den kleinen Schokoeiern und erklärten für die norwegischen Schüler anschließend – wieder anhand von Fotos – was in so einem Ei alles drin ist und warum sie bei uns in Deutschland so beliebt sind. Eigentlich ein banales Thema. Aber der Fokus dieses ganz besonderen Schülerprojekts lag ja auch darauf, der Partnerschule solche Einzelheiten im Leben der eigenen Schüler aufzuzeigen. Die geschossenen Bilder wurden anschließend in eine logische Reihenfolge gebracht und schließlich zu einem digitalen Video verarbeitet und der Partnerschule zugesendet.
Vertrauen als Basis
Eine weitere Besonderheit dieses Projekts lag auch darin, für die eigene Fotostory von der Partnerschule Bilder anzufordern und diese dann in die Bildergeschichte einzubauen – ohne, dass die andere Schule wusste, was schließlich dabei herauskommen würde. "Man wusste ja in dem Moment noch lange nicht, in was für eine Geschichte jetzt dieses Bild eingearbeitet wird. Und da gehört schon Vertrauen dazu, jemandem Bilder von sich zu geben und die dann in eine Geschichte einarbeiten zu lassen.”, erklärt Frau Ziegler.
Besseres Englisch durch eTwinning
Zusätzlich zu der reinen Bilderstory haben die Schüler passende Texte geschrieben und über die Bilder gesprochen - auf Englisch, der gemeinsamen Projektsprache. "Am Anfang war da natürlich noch die Angst vor dem Aufnehmen, ein bisschen Schüchternheit”, gab Michael Dirsch, Schüler der Anton-Seitz-Schule und Projektteilnehmer, zu, "Aber das ging schon nach einer kurzen Zeit wieder weg.” Auch sein Mitschüler Niclas Maschowski erzählt, wie er auch persönlich von dem eTwinning-Projekt profitieren konnte: "Ich kann jetzt besser Englisch und auch eher einschätzen, wie Englisch einzusetzen ist, wenn ich mich mit Ausländern unterhalte."
Eine Welt "über den Tellerrand hinaus"
Doch in dem Projekt ging es nicht nur ausschließlich darum, die Fremdsprachenkenntnisse der Schüler zu verbessern, wie Frau Ziegler weiter erläutert: "Unser zweites Ziel war auch, endlich mal über den Tellerrand hinauszuschauen in ein anderes Land. Dabei ist schließlich auch sehr viel einfach aus Neugier entstanden, das heißt, die Schüler haben zusätzlich angefangen, sich privat auszutauschen. Ich würde sagen, das Projekt hat ganz viele Sachen gleichzeitig gefördert, eben auch die interkulturelle Kompetenz."
zurück zur Übersicht Schülerredaktion
Fotonachweis: Katarina Cavar



